




Wer die spektakulären Projekte, wie „Kuh-Kult A 31" zum Lückenschluss der Autobahn A 31, den „Kuhdamm" in Bad Zwischenahn oder die „Oldenburger Pferdestärken" am Pferdemarkt-Kreisel in Oldenburg kennt, vermutet kaum, dass die Zwischenahner Künstlerin Janett Brown sich intensiv auch mit Tafelmalerei beschäftigt und dabei neue und eigenwillige Wege geht.
In den Räumen des Arbeitgeberverbandes Oldenburg e. V. zeigt sie
nun 100 ausgewählte Werke aus verschiedenen Schaffensperioden.
Sie arbeitet mit einer experimentell von ihr entwickelten Zwei-Stufen-Technik des Schaffens und assoziativen Ausdeutens von amorphen Strukturen. Ihre Bilder zeugen von einer expressiven Ausdrucksstärke,
von einem unerwartetem Blick hinter die eigentliche Wirklichkeit.
„Ich möchte die in der Farbe verborgenen Botschaften sichtbar machen und sie für den Betrachter erkennbar herausziehen, genauso wie beim Blick in die Wolken ganz plötzlich Bilder entstehen. Bilder wie Träume."
so die Künstlerin.
Im Gegensatz zu den lebensgroßen Tierfiguren, deren Form die Gestaltung vorgibt, nimmt sich Janett Brown in ihrer Malerei alle Freiheiten. Raum- und zeitlos scheinen die Figuren durch den Kosmos zu schweben, geben sich gegenseitig Halt durch die Farbe. Gesetze der Perspektive oder die realistische Vollständigkeit der Körper scheinen aufgehoben und geben dadurch den Blick auf das innere Bild frei, das im Betrachter selbst liegt.
Ihre sehr persönliche Gestaltungsmethode des „Herausziehens" beginnt sie erstmals im Jahr 1995. Ab 2007 gibt sie diesem Stil den Namen „Extraherismus" nach dem lateinischen Begriff „ex trahere"
(= herausziehen).
Auch hier geht die deutsch-kanadische Künstlerin einen neuen, in der Kunstwelt bisher nicht dagewesenen Weg: Extraherismus ist als Wortmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt im Verzeichnis der Waren und Dienstleistungen in den Klassen 16, 41 und 42 registriert und damit bundesweit geschützt.
Kunst als Wirtschaftsfaktor
Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Oldenburg erklärt: „Die Wirtschaft steht nicht im Abseits, sondern sie beteiligt sich aktiv am Kulturdialog. Unternehmen leisten als Kultursponsoren und Mäzene schon seit langem einen wichtigen und nicht wegzudenkenden Beitrag zur kulturellen Vielfalt in Deutschland. Längst sind Kunst und Kultur als positiver Wirtschaftsfaktor von Politik und Wirtschaft anerkannt.“
In der Diskussion um die Wertigkeit von Kultur dürfe man nicht den Fehler begehen und die Sache rein ökonomisch betrachten, nach dem Motto „Wie groß ist eigentlich mein Return on Investment?“ wenn ich eine Kunstausstellung sponsere. Dem Für und Wider in der Argumentation um kulturelles Engagement könne keine Rechnung nach buchhalterischem Vorbild entgegengesetzt werden, so Jörg Waskönig.
„Kunst muss gefördert werden. Von staatlicher wie auch von privater Seite. Und heute mehr als je zuvor. Der Grund ist einfach: Kultur besteht nicht nur aus Selbstzweck. Die Menschheit neigt seit ihrem Bestehen zu den Künsten. Aber nicht etwa, weil sie Geld bringen. Sondern weil es ein Grundbedürfnis des Menschen ist“, erläutert der AGV-Vorsitzende.
Informationen unter www.extraherismus.de oder www.agv-oldenburg.de
Oldenburg/Bad Zwischenahn, den 16. April 2008